Das autofreie Zentrum – eine Metapher

Von Hans BLUMENBERG wissen wir, dass Metaphern ein „Bindemittel“ in kontroversiellen Diskursen sind, über die man sich leichter verständigen kann als über starre Begriffe, die oft mit einem Wahrheitsanspruch daher kommen.

Wer auf Konsens aus ist, muss allerdings Metaphern sorgfältig auswählen, sie müssen sich aus vielen Blickwinkeln als tragfähig erweisen. Wenn man etwa ein „autofreies Zentrum“ metaphorisch formuliert, muss der inhaltliche Anspruch einlösbar erscheinen. Das ist in unseren Stadtzentren – geprägt durch vielfältige Aktivitäten – nicht der Fall. Nicht umsonst gilt in vielen italienischen Städten eine „Zona traffico limitato“, die auf weniger Autoverkehr abzielt. Auf diese Metapher und die zugehörigen Maßnahmen konnte man sich offenbar einigen, mit Allen die von den Zufahrtsregelungen betroffen sind. Auch im Rohentwurf zum Gesamtverkehrskonzept für die Innere Stadt Wiens heißt ein Kapitel: Weniger Autoverkehr.