Ein Superblock für Wien

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Barcelona mit dem Abriss der Stadtmauer die Phase der Stadterweiterung eingeleitet. Ildefons Cerdá i Sunyer wurde für die große Stadterweiterung Barcelonas auf freier Fläche beauftragt und es entstand ein quadratisches Straßenraster. Das Besondere sind die einheitlichen Straßenbreiten von 20 Metern und die charakteristischen Gebäudeblöcke, die in den Kreuzungen größzügige Plätze ermöglichen. Ein Beispiel einer ähnlichen Anordnung finden wir in Wien am Quellenplatz. Die Form einer achteckigen Straßenkreuzung sollte damals in Barcelona das Abbiegen der Straßenbahnen ermöglichen. Die Stadt Barcelona baut heute auf diesem historisch einmaligen Konzept auf - mit dem Plan der Superblocks will die Stadt den öffentlichen Raum neu gestalten und den Kfz-Verkehr auf Hauptachsen lenken. 

Sie Stadt Wien hat in dieser Form zwar keine städtebaulichen Superblocks, die rasterförmige Struktur Inner-Favoritens eignet sich aber für die Übertragung des Superblock-Prinzips. Im Auftrag der Stadt Wien haben wir - gemeinsam mit studio LAUT - das erste Wiener Supergrätzel entwickelt, zwischen Gudrunstraße, Leebgasse, Quellenstraße und Neilreichgasse. Das Supergrätzel stehr für Verkehrsberuhigung und eine neue Art der Gestaltung des öffentlichen Raums. Ausgearbeitet wurden

  • ein Verkehrskonzept mit Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und für mehr Verkehrssicherheit
  • ein Freiraumkonzept mit möglichen Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum
  • die Supergrätzl-Pilotphase im Jahr 2022 mit Straßenlabor 

Projektinfos

Auftraggeber: 
Stadt Wien
Zeitraum: 
2022
Projektteam: 
Dominik Jelincic
Felix Beyer
Zahra Rahimi
Projektpartner: 
studio LAUT