Mediation Yppenplatz Wien
Für die Neuordnung und Umgestaltung von Yppenplatz&Markt wurden folgende zentrale Zielvorstellungen formuliert und innerhalb des Planungsverfahrens einhellig bekräftigt:
- Mehr Freiraum: Ein Nutzungs- und Freiraumkonzept für die Abstimmung der vielen Nutzungsansprüche der BewohnerInnen
- Aufwertung des Marktes: Neue Perspektiven für den Groß- und Detailmarkt
- Kultur und Soziales: Die Suche nach einer Heimstätte bzw. einem Identifikationsort für die vorhandenen kulturellen und sozialen Aktivitäten und Initiativen
Insgesamt sollte ein stufenweise realisierbares Konzept entwickelt werden, das zu einer umfassenden und nachhaltigen Aufwertung führt - mit Augenmaß für das Machbare und Rücksicht auf gewachsene Strukturen und Qualitäten. Innerhalb eines Jahres wurde in den Arbeitsgruppen "Markt", "Park" und "Verkehr" unter Beiziehung externer ExpertInnen intensiv an Vorschlägen für die Umgestaltung von Platz und Markt gearbeitet. Als Ergebnis der Beratungen in den Arbeitsgruppen lagen eine Fülle von Vorschlägen für konkrete Maßnahmen vor, die dann vom gesamten Arbeitskreis diskutiert, bewertet und zu einem Leitbild zusammengefasst wurden:
- Der Großmarkt soll als offener Markt weiterhin bestehen bleiben
- Durch eine kompaktere Anordnung des Marktes können zusätzliche Flächen für einen Müllstandort sowie für eine Freifläche im Nordosten des Yppenplatzes (die sog. "Piazza") gewonnen werden.
- Die Zusammenarbeit unter den Wirtschaftstreibenden soll sich verbessern. Zu diesem Zweck wird ein Marktverein gegründet.
- Aufgrund der Vielfalt der Nutzungsansprüche und des begrenzten Flächenangebots sollen die einzelnen Freiräume unterschiedliche Funktionsschwerpunkte erhalten.
- Die "Platzwände" bzw. Zeilenstände im Süden und Norden sollen in den Park integriert werden.
- Eine Tiefgarage am Yppenplatz wird einhellig abgelehnt.
- Eine generelle Verkehrsberuhigung wird angestrebt.
Die Maßnahmen wurden in weiterer Folge zügig umgesetzt, zumal die verfügbaren EU-Mittel aus dem Programm URBAN zeitlich begrenzt waren. Der partizipative Ansatz der Rahmenplanung "Yppenplatz & Markt" hat sich voll und ganz bewährt. Die Vielfalt der Sichtweisen und die intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Problembereichen haben zu einem Ergebnis geführt, das auf einem breiten Einverständnis aller Beteiligten beruht. Besonders hervorzuheben ist dabei das große Engagement aller TeilnehmerInnen und die tolerante Diskussionskultur, die letztendlich ein sehr konsensorientiertes Vorgehen ermöglichte.
Projektinformation
Auftraggeber: Stadt Wien
Bearbeitungsteam: Wolfgang Pfefferkorn, Werner Rosinak
Zeitraum: 2007



