Raus aus der Intim-Zone!

Der öffentlich gemachte email-Verkehr zwischen dem Bundeskanzler und dem Redenschreiber Fußi offenbart in erschreckender Weise eine Distanzlosigkeit, die im Modus Beratung ganz unmöglich ist.

Denn die Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Beratung jene professionelle Distanz voraussetzt, die Probleme, Herausforderungen und Aufgaben losgelöst von einer Privatheit vortäuschenden Nähe betrachtet. Erst dieser distanzierte Blickwinkel ist für die zu beratende Person wirklich hilfreich.

Natürlich ist die Versuchung groß, bei schwierigen Problemen eine wärmende Vertrautheit entstehen zu lassen – hilfreich ist diese falsche Intimität selten. Besonders peinlich wird es, wenn derlei öffentlich wird.

Was lernen wir als Beratungsunternehmen daraus: Jede interne Kommunikation, jede schriftliche Nachricht an Klienten muss einer kritischen Betrachtung standhalten. Meist ist dann weniger mehr, und nachdenken besser als vorschnell mailen. Und: Schwierige Probleme erfordern Gespräche, bei denen nicht alle Welt mithört.